Noch am Leben ;-)

on Samstag, 18 Dezember 2010.

Nach ziemlich langer Zeit ohne Eintrag im Blog hat sich so einiges ereignet. Nachdem Mila bereits Richtung Brasilien gestartet ist, bin ich nach einigen Tagen in San Jose nach Panama aufgebrochen - und  von da an hat es noch mehr geregnet. So schlimm, dass ich im Hostel über 5 Tage keinen Strom und im Prinzip kein fließendes Wasser hatte. Zur nächsten Möglichkeit ins Internet zu kommen, hat es mit dem Bus bei glücklichen Umständen lediglich 1,5 Stunden gedauert. Am 12. Dezember ist dann endlich das Segelschiff Iliki in Richtung Cartagena in Kolumbien gestartet. Nach ereignisreichen weiteren 6 Tagen bin ich nun in Kolumbien... Alle Geschichten zu diesem Abenteuer folgen, sobald ich mal alle Gedanken sammeln kann!

Sch...Regen P...Wetter in Costa Rica

on Mittwoch, 24 November 2010.

Bevor wir nach Costa Rica einreisen konnten, mussten wir erstmal aus Nicaragua ausreisen. Aus Kostengründen entschieden wir uns, nicht mit einem teuren Reiseveranstalter nach Costa Rica zu fahren, sondern mit einem Bus bis zur Grenze zu fahren und in Costa Rica dann einen weiteren Bus zu nehmen (organisatorisch gar kein Problem - Ersparnis 40 US-$). In Nicaragua benötigten wir einen Ausreisestempel, alle Daten für dieses Prozedere muss man zuvor in ein ganz normales Formular von Hand eintragen. Überall rennen irgendwelche Typen mit offiziellen Ausweisen herum, die diesen Sch...Zettel für einen Dollar an Touristen verkaufen. Ohne dieses Formular geht es natürlich nicht, ich kenne allerdings kein Land auf der Welt in dem man für so etwas bezahlen müsste. Der aufgebaute Druck der Kleinganoven prallte an mir ab und so liessen wir es darauf ankommen. Über verschiedene Kanäle haben wir doch unsere Formulare kostenlos bekommen und haben dem Druck nicht nachgegeben. Einfach unglaublich, aber alle anderen Ausländer haben tatsächlich bezahlt. Die Schlange vor dem Schalter war dann die reinste Unterhaltung für einen, dessen Puls aufgrund dieser Erlebnisse schon wieder leicht erhöht war. Regeln gab es keine - und das hat mir gefallen. Wild gewordene dicke Frauen aus Nicaragua sind beim Versuch, uns regelwidrig zu überholen recht unsanft von einer schnellen Bewegung meines  vollgepackten Rucksackes gestoppt worden :-) Einfach spitze - Entertainment at its best! Den Ausreisestempel haben wir uns also redlich verdient und hart erkämpft... Danach machten wir uns zu Fuss auf den Weg Richtung Grenze Costa Rica. Kurz davor wurden unsere Pässe noch einmal von den Behörden aus Nicaragua kontrolliert - uns wurde überraschenderweise mitgeteilt, dass wir nicht ausreisen können. Grund dafür: Der offensichtlich minderbemittelte Grenzbeamte am Schalter hat sein Stempelkissen falsch eingestellt und jeden Pass, den er in die Finger bekam mit Ausreisedatum 16.11.2010 anstatt 19.11.2010 gestempelt. So mussten wir bei ziemlicher Hitze den Weg wieder zurück. Eine Frage beschäftigte uns dabei ganz gehörig: Sollten wir wieder die Tortur in der Schlange auf uns nehmen? Wir entschieden uns für "nein" und Mila löste das Problem auf brasilianische Art und Weise. Rein durch die Hintertür, direkt die Pässe zu dem Deppen und sofort wieder raus. Es hat geklappt!

Die erste Nacht verbrachten wir dann in Liberia, einer ziemlich unspektakulären Stadt, aus der wir am frühen Morgen gleich in Richtung La Fortuna am Fusse des Vulkans El Arenal weiter reisten. Leider macht das Wetter seither gar nicht mehr mit, denn zum ersten Mal auf unserer gesamten Reise regnet es nahezu permanent. Hört es hier auch mal auf zu regnen, heiligs Blechle? In La Fortuna konnten wir deswegen reichlich wenig unternehmen. Die Zeit nutzten wir in unserem Hostel vor allem dazu, ein paar organisatorische Sachen zu besprechen und mal etwas auszuspannen.

Da die Wetteraussichten weiterhin nicht gut sind haben wir uns gestern dazu durchgerungen, mit Minibus und Boot nach Monteverde zu gehen. Wenigstens hat es hier heute nur wenig geregnet und vielleicht klappt es ja endlich, noch einen kleinen Ausflug in den bekannten Regenwald zu unternehmen. Daumen drücken!

Licht und Schatten in Nicaragua

on Montag, 22 November 2010.

Unsere erste Anlaufstelle in Nicaragua war Granada (an der Stelle viele liebe Grüße an Anne & Konrad, die vor einem Jahr auch hier waren!). Am frühen Morgen sind wir mit einem lokalen Bus aus der Hauptstadt Managua hier angekommen und haben uns nach unserer Ankunft auch gleich auf die Suche nach unserem Hostel gemacht, das wir uns eigentlich zuvor im Internet ausgesucht hatten. Wo es hätte sein sollen war es leider nicht, so wie es aussieht wurde es kurzerhand geschlosssen! Wir also mit dem ganzen Gepäck weiter - zu unserem Glück haben wir von einer (ausnahmsweise) netten Frau einen guten Tipp bekommen. Granada als Stadt war schön, insbesondere die Aussicht vom höchsten Glockenturm der Stadt war sehr beeindruckend. Ansonsten sind hier verhältnismässig viele Touristen und an deren Bedürfnisse angepasst eine Unmenge an Bars und Restaurants. Nachdem ich zwei Tage lange zum allerersten Mal auf der Reise wirklich kleinere gesundheitliche Probleme hatte (kaum erwähnenswerter Dünnpfiff ;-)) blieben wir insgesamt 4 Nächte in der Stadt.

Nächster Zielort sollte die Vulkaninsel Ometepe sein, die von Granada aus an 2 Tagen in der Woche mit einem kleinen Schiff zu erreichen ist - eigentlich. Wir sind wie immer pünktlich an der Anlegestelle angekommen (3 km Fussmarsch mit dem Gepäck) um dann zu erfahren, dass ausgerechnet heute wegen "höherer göttlicher Gewalt" (!) keine Verbindung besteht. Schnell her mit dem Plan B: Mit dem Taxi zum Busterminal um dann nach San Jorge zu kommen, wo jeden Tag mehrere Schiffe fahren. Dort angekommen erfuhren wir, dass der Bus gerade im Moment abgefahren ist. Also wieder zurück ins Taxi und mit Vollgas dem Bus hinterher, den wir tatsächlich nach wenigen Kilometern durch die Stadt erreicht haben. Es handelte sich hierbei um einen sogenannten Chicken-Bus, der hauptsächlich von den Einheimischen oder Backpackern genutzt wird, da er wirklich ausgesprochen günstig ist. Man darf hier allerdings kein Problem damit haben, wenn der Rucksack lieblos auf dem Dach des Busses landet und im Inneren des Busses - sagen wir mal doppelt so viel Leute sind, als eigentlich zulässig. Bis zum Hafen war vom Busterminal aus noch einmal eine kurze Taxifahrt notwendig, die wir uns mit einem finnischen Paar teilten. Wie die Geier stürzten die Taxifahrer auf uns, nachdem wir in Rivas den Bus verlassen hatten. Für mich persönlich eine Erfahrung, die das Blut in den Adern leicht in Wallung geraten liess. Am Hafen angekommen müssen Touristen, also Ausländer, dann erstmal eine Tourismussteuer in Hóhe von einem Dollar begleichen, um überhaupt mal das Gelände betreten zu dürfen. Blut in Wallung Teil 2! Dann die wirklich günstige Bootsfahrt auf die Insel (umgerechnet 1,50 US-$)... Im Nachhinein eine unglaublich holrige Angelegenheit in einem Kutter, den ich wahrscheinlich kein zweites Mal freiwillig besteigen würde - und das 1,5 Stunden lang! Gleiches Spiel mit den Taxifahrern dann bei der Ankunft auf der Vulkaninsel Ometepe: "Es fährt kein Bus nach Altagracia, nur Taxi." 50 Meter weiter wartet der Bus der umgerechnet nicht einmal ein Zehntel von dem kostet, was uns der hilfsbereite Taxifahrer abknöpfen wollte.

In Altagracia, einem wirklich ursprünglichen Dörfchen an der Ostküste der Insel haben wir ein schönes, sauberes und wirklich günstiges Hotel gefunden. Von dort aus haben wir einen Tag in einer Art Schwimmbad am Fusse des Vulkans Concepcion verbracht, ehe wir ein supersympathisches Paar aus Holland kennengelernt haben. Nach einem gemeinsamen Abend mit etlichen Bierchen entschieden wir uns, am darauf folgenden Tag gemeinsam mit Karien und Jesse eine Besteigung des Concepcion in Angriff zu nehmen. Bei ziemlicher Hitze ging es um 8:00 Uhr morgens los. Die wirklich schöne, aber auch ungeheuer anstrengende Strecke führte uns gemeinsam mit unserem Guide Osbaldo sprichwörtlich über Stock und Stein. Auf einer Höhe von knapp 1.000 Metern entschieden wir, uns nur noch auf die atemberaubende Aussicht zu konzentrieren und den bereits zuückgelegten 850 Höhenmetern keine weiteren folgen zu lassen.

Eigentlich gibt es über die Zeit auf Ometepe noch so viel zu erzählen - angefangen bei den wirklich unglaublichen Nächten mit unfassbaren Geräuschen (Hähne, Prozessionsumzug, Reisegruppen, Kokosnüsse etc.)

So beschlossen wir am nächsten Tag, noch an nach San Juan del Sur zu fahren. Diese Stadt liegt direkt am Meer und ist vor allem bei Surfern bekannt. Dementsprechend hoch ist auch der Anteil der Ausländer, die ansonsten wohl kaum andere Plätze in Nicaragua kennen lernen. Mir persönlich hat es dort überhaupt nicht gefallen, obwohl wir in einem blitzsauberen Hotel einer Deutschen gewohnt haben. Es änderte nichts daran, dass es mir dort viel zu touristsich war und ich wieder einmal das Gefühl hatte, dass an jeder Ecke die Geier lauern, die uns nur allzu gerne ein paar Dollar zu viel aus der Tasche ziehen würden.

Die Fahrt zur nahe gelegenen Grenze war nach Ende der Zeit in San Juan del Sur kein Problem, was uns allerdings an der Grenze erwarten sollte konnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen. So blickten wir auf eine insgesamt - aus vielerei Hinsicht - interessante Zeit zurück, in der wir einerseits eine schöne Landschaft mit vielen besonderen Eindrücken erleben durften, aber andererseits auch immer wieder die Erfahrung machen mussten, als Tourist hier nur ein Objekt der Begierde zu sein, und das im Sinne von "soviel Geld mit den Deppen verdienen wir nur möglich". Traurig, aber leider wahr, denn von den Leuten in Zentralamerika hatten wir zuvor ein ganz anderes Gesicht erwartet.

Mit dem Ticabus durch El Salvador und Honduras

on Montag, 15 November 2010.

Was für Erlebnisse - und das nur bzw. Gott sei Dank - aus dem Bus heraus! Wer könnte wohl erraten, was das erste Bild war, das der westeuropäische Tourist bei der Einreise nach El Salvador direkt an der Grenze zu Gesicht bekam? Nein, man würde es nicht erraten und es ist kein Spaß, denn ich habe es mit eigenen Augen gesehen... Ein "stockbesoffener" Typ liegt mit halb heruntergelassener Hose auf dem Rasen direkt vor dem Grenzgebäude (zu seiner Ehrenrettung: zum Glück auf dem Bauch). Kann ja mal passieren, aber wer denkt, dass sich irgendein Mensch darum geschert hätte, der irrt gewaltig ;-) Heieiei, nach diesem ersten Aufreger führte der Weg durch etliche kleine Dörfer, die eigentlich ganz idyllisch, sauber und relativ sicher aussahen. Gegen Abend kamen wir dann in der Hauptstadt San Salvador an. Wie viele, zum Teil schwer bewaffnete Leute mit Maschinenpistolen und Pumpguns in zivilen Klamotten auf der Straße gesehen habe, weiß ich nicht mehr genau. Die Leute schienen irgendwelche Gebäude, teure Autos etc. zu bewachen. Die Nacht verbrachten wir in einer halbwegs sicheren Gegend direkt im Hotel des Busunternehmens, was sicherlich angesichts der Bilder zuvor angemessen war.

Am nächsten Morgen sollten wir bereits um 4:15 Uhr am Terminal sein, der sich direkt unterhalb des Hotels befand. Alle Touristen fanden sich pünktlich um diese Uhrzeit ein, lediglich der verantwortliche Mitarbeiter des Busunternehmens konnte es sich nicht einrichten und kreuzte eine halbe Stunde zu spät auf. Um 5:00 Uhr war dann planmäßige Abfahrt Richtung Honduras bis nach Managua in Nicaragua. Auch diese Fahrt verlief ohne Komplikationen. Die Passkontrolle an den Grenzen wurde direkt im Bus durchgeführt, so dass hier keinerlei Stress aufkam. So erreichten wir nach einer relativ entspannten Busfahrt durch Honduras am frühen Abend den Terminal in Managua, wo wir uns aufgrund der anbrechenden Dunkelheit entschieden, nicht mehr nach Granada weiter zu reisen, sondern eine Nacht im Hotel von Ticabus zu verbringen. Einziges Problem war, dass wir mit dem Bargeld wohl etwas zu sparsam kalkuliert haben, denn es waren an diesem Abend lediglich noch 2$ für das Abendessen übrig ;-) Eigentlich kein Problem, denn am nächsten Morgen konnten wir Gott sei Dank in einem Einkaufszentrum weiteres Geld abheben...

Von kleinen Gaunern und Betrügern

on Dienstag, 09 November 2010.

Hatten wir am Busterminal in Belize City noch geschmunzelt, so erlebten wir nur wenige Stunden an der Grenze zu Guatemala die nächste kleinere Überraschung. Freundlich lächelnd empfing uns bei der Passkontrolle eine Beamtin mit der Bitte, die Einreisegebühr in Höhe von 2,50 US$ pro Person doch gleich zu entrichten. Leider hat die nette Dame nicht damit gerechnet, dass die Wenzels ganz gut vorbereitet waren und gleich mal die passenden Fragen stellten. Wo steht das und wenn wir das bezahlen sollen hätten wir dann gerne auch eine Quittung. Nun, da der Chef nicht da sei wäre das mit der Quittung schwierig, in dem Fall müsse man doch nichts bezahlen! Wie viele Touristen diese "Gebühr" bezahlen, will ich lieber nicht wissen...

Die Fahrt mit dem Luxury-Bus (sagen wir lieber mal Minibus) nach El Remate verlief ansonsten reibungslos. Die Tatsache, dass wir etwas spät ankamen und es schon dunkel wurde zwang uns, in einem verhältnismäßig teuren, aber guten Hotel zu übernachten. Am nächsten Morgen stand ein Besuch der berühmten Maya-Stätten in Tikal auf dem Programm, doch aufgrund diverser "Schwierigkeiten mit dem Akku" gibt es von diesem Besuch leider keine Fotos. Die folgende Nacht verbrachten wir dann in einem netten Hostel in Flores, einer recht touristischen Stadt mit vielen kleinen Bars und Restaurants direkt am See.

Über Nacht fuhren wir dann in einem komfortablen Bus (Linha Dorada) von Flores nach Guatemala City, von wo aus wir direkt einen weiteren Minibus nach Antigua nahmen. Die Stadt Antigua wird auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerben geführt, da zahlreiche Bauten aus der kolonialen Vergangenheit das Stadtbild prägen. Da Mila für die Weiterreise unbedingt noch ein Visum für Honduras benötigte, waren wir auf die Hilfe des Inhabers unseres Hostels und des daran angeschlossenen Reisebüros angewiesen. Ins Gesicht gelächelt und versucht, jeden möglichen Dollar aus uns heraus zu ziehen. Gewiss, es sind keine wirklich großen Beträge (z.B. für Transport nach Guatemala City an einem Tag 3$, am anderen Tag für mich 5$). Leider blieb dieses Bild schon zu Beginn unseres Aufenthaltes hängen, da es noch zig andere Beispiele gibt... Und trotzdem, wir haben auch schöne Erfahrungen gemacht, dabei denke ich insbesondere an einen Besuch auf dem lokalen Markt, auf dem man sich wirklich noch in eine andere Zeit zurückversetzt fühlt. Maya-Frauen verkaufen mit ihren Kleinkindern Gemüse und Obst, beim Kauf der Fleisch- und Fischwaren würde wohl jedem Lebensmittelkontrolleur des WKD die Tinte im Kugelschreiber ausgehen :-) Nach insgesamt 4 Tagen hier zog es uns dann weiter Richtung Nicaragua, und so hatten wir nach der Abholung von Milas Visum für Honduras eine äußerst interessante Busfahrt durch El Salvador & Honduras vor uns.

Unbelizable!

on Samstag, 30 Oktober 2010.

Schon mal Menschen gesehen, denen man beim Laufen die Schuhe binden könnte? Wenn ja, dann kann ich versprechen, dass ihr diese Erfahrung hier noch toppen würdet. Nach Mexiko konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Leute hier noch einen Gang runterschalten können.

Doch eins nach dem anderen: In Chetumal (noch in Mexiko, direkt an der Grenze zu Belize) haben wir unsere erste schöne Überraschung erlebt, denn mit Nassim und Oliver (waren mit beiden schon in Puerto Morelos unterwegs) trafen wir vor dem Wassertaxibüro bereits alte Bekannte. Die Pläne überschnitten sich schon wieder und so beschlossen wir, ein paar Tage zusammen zu verbringen. Die folgenden 90 Minuten mit dem Wassertaxi von Chetumal nach San Pedro bei teilweise strömendem Regen und ordentlich Wellengang haben wir schadlos überstanden. Die nächste Überraschung erlebten wir direkt vor Ort, denn auf der Insel selbst gibt es nur eine handvoll relativ alter Autos, Hauptfortbewegungsmittel sind Golf-Carts in sämtlichen vorstellbaren Ausführungen. San Pedro selbst ist eine lebendige Stadt, die in Madonna's Song "La Isla Bonita" besungen wird. Auch die wirklich horrenden Preise in Supermärkten und Restaurants trübten die wirklich schöne Erfahrung nur minimal. Besonders in Erinnerung bleibt der gemeinsame Tag mit Nassim und Oliver, an dem wir bereits früh morgens in den Tag starteten und zunächst einen Schnorchelausflug im zweitgrößten Korallenriff der Welt unternahmen. Mila und ich hatten dabei das Glück, einen ziemlich großen und Gott sei Dank äußerst ruhigen Ammenhai zu beobachten. Kulinarischer Höhepunkt war ein besonderer Muskel aus einer Muschel, der mir unser Guide anbot. Alle anderen haben dankend abgelehnt, und so musste ich ganz alleine mit den potenzsteigernden und stimulierenden Inhaltsstoffen des Muskels kämpfen.

Diese überschüssige Energie musste sich irgendwie entladen und so passte es, dass sich just in diesem Moment der Hurricane "T(h)omas über der Karibik bildete. Der Tag klang in einer schönen Bar direkt am Meer aus, wo wir uns das ein oder andere Belikin-Bier zu den Live-Reggae-Klängen von Lenny&friend genehmigten. Die Füße hielten kaum still und so wurde nach einer Sambatanzeinlage von Mila der Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis auf unserer Reise.

Gemeinsam mit Nassim & Oliver traten wir am nächsten Tag bereits um 5:30 Uhr die Reise nach Guatemala an. Der Transport mit dem Wassertaxi nach Belize City war abgesehen vom Regen wieder kein Problem. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Taxi zum Busterminal ging für uns dann aber ein ärgerliche Wartezeit von fast 6 Stunden los. Nachdem wir uns von eingewanderten Indern oder Pakistanis entsprechende Tickets Richtung Tikal gekauft hatten gingen wir von einer Abfahrtszeit um 9:30 Uhr aus. Nach ständigem Vertrösten und Hinhalten war um 11:30 Uhr die Geduld der Mädels am Ende. Aufgrund zu geringer Passagierzahlen wollten die Kleinganoven uns erst mit dem Bus um halb drei auf die Reise schicken. Die Mädels entwickelten sich ob des gewaltigen Schwindels zu richtigen Furien und holten sich die 25US-$ pro Person umgehend zurück und gingen schnurstraks zum im Nachhinein einzigen seriösen Anbieter im Busterminal. Punkt 1:00 Uhr ging's los - was für ein lustiges Erlebnis für alle Beteiligten!

Die Uhren ticken anders

on Donnerstag, 28 Oktober 2010.

Da es uns bei unseren Gastgebern Christine und Alain von Anfang an gut gefallen hat und die zwei uns auf eine kleine Reise nach Merida eingeladen haben blieben wir kurzerhand bis Dienstag morgen in Puerto Morelos.

Der Kurztrip nach Merida war ein einziges Abenteuer durch das Landesinnere der Halbinsel Yucatan. Spätestens nachdem unser fahrbarer Untersatz (der Corsa) nach wenigen Kilometern bereits zum ersten Mal streikte und wir nach ca. 100km auch noch einen Plattfuß hatten war uns klar, dass dies ein ganz besonderer Ausflug wird. Da sich Christine und Alain überall sehr gut auskennen führten sie uns an Plätze, die sonst wohl kein einziger Tourist sieht. Der Weg führte uns durch kleine mexikanische Dörfer in denen man das Gefühl hatte, dass die Zeit still steht. Arbeiten habe ich im Prinzip niemanden gesehen, selbst die Straßenhunde scheinen den größten Teil des Tages Siesta zu machen. Die Kinder spielen auf der Straße, die Menschen sitzen an der Straße und Fernsehen gibt es im besten Fall in den etwas größeren Läden wo man eventuell auch Cola finden kann. Mit dem Essen haben wir durchweg gute Erfahrungen gemacht, denn das Hühnerfleisch mit Salsa in Tortillas hat zu einem kalten Bierchen nicht nur gut geschmeckt, sondern auch keinerlei Probleme verursacht.

Auch die größeren Städte wie Valladolid (schöner Prozessionsumzug) und Izamal (die gelbe Stadt, vor allem bekannt durch einen Papstbesuch) waren die Reise allemal wert. Faszinierend war, wie freundlich uns alle Leute begegnet sind und was für einen ausgeglichenen Eindruck die Menschen gemacht haben, die für unser Empfinden eigentlich  ein ärmliches Dasein fristen. Ein Besuch der renovierten Hazienda Teya (Gäste u.a. die Clintons und Königin Sofia von Spanien) hat einen interessanten Kontrast zu den davor gemachten Erfahrungen gebildet, ebenso ein Termin bei einem Heilpraktiker in Merida, der sämtliche Knochen von Mila wieder in Position gebracht hat war einmalig. Alles in allem waren die 2 Tage eine unglaubliche Erfahrung für uns, denn wir hatten wegen unseren beiden Begleitern eine wirklich einzigartige Möglichkeit, ein Mexiko fernab der Touristenstätten mit eigenen Augen zu sehen und einen kleinen Teil zu erleben. Vielen Dank für die gemeinsame Zeit!

Nach dieser intensiven Zeit sind wir nun nach Tulum weitergereist, wo wir in einer kleinen traditionellen Hütte in einem kleinen Hostel untergebracht sind. Die Maya-Ruinen hier sind weltbekannt, da die historischen Überreste direkt an einem herrlichen Strand liegen. Nach dem kulturellen Teil durfte der kulinarische nicht fehlen: bei ein paar Bier und mexikanischen Snacks ließ es sich am Strand wunderbar aushalten ;-)

Corona-Räuschle in Mexiko!

on Donnerstag, 21 Oktober 2010.

...nach der langen Warterei in L.A. hat auf dem Weg nach Cancun alles super geklappt und selbst die Busfahrt von Cancun zu unserem Zielort Puerto Morelos war ein Kinderspiel - und verdammt günstig.

Voller Freude über die stressfreie Anreise und losgelöst ob der erschwinglichen Bierpreise waren die Augen wohl größer als der Durst - ein Corona folgte aufs andere und so erlebten wir schon einen ersten höchst amüsanten und entspannten Abend in unserer neuen Unterkunft.

Unsere Gastgeber in dieser herrlichen Unterkunft heißen Christine und Alain, die hier am Rande des ruhigen und kleinen Dorfes Puerto Morelos eine tolle kleine Pousada aufgebaut haben. Die 2 sind supernett, versorgen uns mit unendlich vielen Tipps und bieten uns an, verschiedene Plätze mit uns gemeinsam zu besuchen. Ein weiteres "deutsches" Paar ist auch hier und gemeinsam mit einer Australierin und Alain haben wir heute eine ganz besondere Erfahrung machen dürfen. Zusammen sind wir zu sechst im kleine Opel Corsa knapp 25km gefahren und haben die Cenote "Siete Bocas" besucht. Es war ein unvergessliches Erlebnis, durch dieses nahezu unbekannte unterirdische Flusssystem zu schwimmen, während immer wieder Sonnenstrahlen durch kleine Öffnungen an der Decke ins kristallklare Wasser schossen. Um das Abenteuer perfekt zu machen, gab es dann beim eigentlich so zuverlässigen Corsa ein technisches Problem mit der Benzinpumpe, keine Ahnung was eine kleine Gruppe von Mexikanern fabriziert hat, aber nach einer Stunde ist unser fahrbarer Untersatz wieder gelaufen und wir sind fasziniert und wohlbehalten wieder nach Puerto Morelos zurückgekehrt, von wo aus wir bis Sonntag noch weitere Tagesausflüge unternehmen werden.

Vielseitiges Kalifornien

on Sonntag, 17 Oktober 2010.

Auf dem Highway 1 von L.A. nach San Francisco

Die Wahl des Autos fiel diesmal auf einen dunkelroten nagelneuen Ford Focus, den wir insbesondere aus Gründen des geringeren Spritverbrauchs aussuchten. Doch diese Hoffnung konnten wir nach knapp 100 Meilen schon begraben. Das Ding hat gefressen wie der Jeep, Verarbeitung ließ reichlich Platz für offene Wünsche usw. Nicht, dass ich jetzt jemand zu nahe trete, aber diesen Ford würde ich hier in den USA nicht geschenkt nehmen :-) Die Strecke an sich war spitze. Zwar haben wir die bekannten Strände wie Santa Barbara oder Santa Monica schnell hinter uns gelassen (weil gnadenlos überfüllt), und dennoch haben wir wirklich schöne Plätze an der Küste gesehen. Faszinierend auf der Fahrt war besonders der teilweise extrem dichte Nebel, in dem man kaum 20 Meter sehen konnte und die Temperatur über 10 Grad abgekühlt ist. So schnell diese Nebelschwaden auftauchten sind sie auch wieder verschwunden. Nach 2 Tagen kamen wir dann in San Francisco bei herrlichem Wetter an und fuhren gleich mal über die Golden Gate Bridge und die bekannte Lombard Street. Unser Hostel befand sich in unmittelbarer Nähe der Fisherman's Wharf, so dass wir vom Geschehen nicht weit weg waren. So kam ich nicht um einen Besuch des Ghirardelli-Schokoladenimperiums herum, als "Mittagessen" gab es für Mila einen riesigen Eis-Brownie-was weiß ich - Becher, während ich mich natürlich standesgemäß mit leckerem Fisch und einem kleinen Bierchen versorgte :-) Gegen Nachmittag und Abend konnten wir uns einen Besuch im Zentrum und in Chinatown nicht nehmen lassen. Natürlich war die Zeit hier eigentlich viel zu kurz, aber dennoch hat uns die Stadt auf Anhieb super gefallen. Am Rande wirklich lustig war ein Typ in der Nähe vom Pier 39, der hinter einem Busch sitzt und Passanten erschreckt - dieser Typ war original der gleiche, den ich vor 11 Jahren während des USA-Austausches auch schon getroffen hatte.

Yosemite National Park

Nach knapp 5h Fahrt erreichten wir den Yosemite Nationalpark, der aufgrund seiner Artenvielfalt und landschaftlichen Schönheit bekannt ist. Kurz vor dem Eingang habe ich mit Erschrecken festgestellt, dass wir unseren Jahrespass für alle Nationalparks wohl irgendwo verloren hatten. Nahe am Herzinfarkt erklärte ich unsere Situation - alles kein Problem: "I trust your word, sir" und wir waren kostenlos drin. Der Park an sich war sicherlich sehenswert, allerdings für mich kein absolutes Highlight auf unserer Reise. Das völlig überfüllte Yosemite Valley haben wir überstürzt verlassen und so haben wir diese Nacht am Glacier Point überhalb des Tales verbracht. Am Rand dieses Aussichtspunktes geht es knapp 900m senkrecht bergab - nicht gerade angenehm für jemand mit meiner leicht ausgeprägten Höhenangst. Relativ früh morgens schauten wir uns noch Riesenmammutbäume an, da auf dem Weg dorthin die Straße teilweise gesperrt war standen wir ärgerlicherweise fast 3 Stunden im Stau. Nichts desto trotz, es war dennoch interessant und so mussten wir eben Richtung Mammoth Lakes mit der entsprechenden Verspätung aufbrechen. Die Strecke dorthin war gleichzeitig auch der schönste Abschnitt von Yosemite, denn wir erreichten über 3.000 Höhenmeter und in der Nacht zuvor hatte es auf den Bergen schon ein bisschen geschneit.

Death Valley National Park

Über Mammoth Lakes führte uns der Weg schon relativ früh am Tag ins "gefürchtete" Death Valley, in dem an diesem Tag lediglich(!) Temperaturen von knapp 40 Grad erwartet wurden. Nach unzähligen Kurven über 2 Pässe erreicht man das eigentliche Death Valley, wo wir am Eingang übrigens wieder keinen Eintritt bezahlen mussten. Höhepunkte waren sicherlich der Artist Drive und das Badwater Basin, dem tiefsten Punkt der westlichen Hemisphere (-85,5m). Bis an den ausgetrockneten Salzsee ist es vom Parkplatz aus ein ordentliches Stück und in der prallen Mittagssonne fühlte sich der Weg an wie der Gang ans schlechte Ende der Welt. Am gleichen Tag haben wir die meisten Meilen dieser Tour zurückgelegt, denn um die enorme Hitze etwas hinter uns zu lassen sind wir direkt weiter nach Twentynine Palms gefahren, wo wir in einem kleinen, etwas schäbigen Motel einer Französin übernachtet haben. Sie hatte erst seit 2 Tagen geöffnet und ich bin mir fast sicher, dass wir die ersten Gäste waren :-) Und wieder mal habe ich mich gefühlt wie ein barmherziger Samariter. Da hat es auch keine Rolle mehr gespielt, dass Mila zu meiner ganz persönlichen Belustigung vor dem Duschen erstmal noch einen großen Kampf gegen eine "Gemeine Küchenschabe" bestehen musste.

Joshua Tree National Park

Wirklich positiv überrascht wurden wir vom wenig besuchten Joshua Tree National Park. Nur wenige Touristen kommen hierher, obwohl die Landschaft mit bizarren Felsformationen, den einzigartigen Joshua-Bäumen und riesigen Kakteen ziemlich beeindruckend ist. Dadurch, dass hier die Mojave-Wüste auf die Colorado-Wüste treffen, gibt es nur an diesem Platz bestimmte Pflanzen- und Tierarten. Genau in dieser "Transpirationszone" liegt einer enormer Kaktusgarten mit meterhohen Kakteen. Wegen der Hitze läuft der Thomas dort natürlich mit Flip-Flops durch, nicht ahnend dass hier dadurch eventuell Probleme entstehen könnten. Ich weiß noch nicht genau wie, aber wie aus heiterem Himmel fährt ein ziemlicher Schmerz durch die linke Fußsohle. Nachdem ich zunächst nichts erkenne versuche ich den nächsten Schritt zu machen und wieder: Schmerz lass nach. Ich nehme nun den Schlappen in die Hand und irgendwas sticht in Zeige- und Mittelfinger. Unbewusst bin ich in einen kleinen Ableger getreten, der sich mit tausend Stacheln durch mein "Schuhwerk" gebohrt hat, was für ein Riesenmist. Am Auto angekommen hab ich erstmal versucht, alle Stacheln mit der Pinzette rauszuziehen, doch erst Tage später konnte ich den letzten Bösewicht eliminieren. Ganz nach dem Motto Schadenfreude ist die schönste Freude habe ich natürlich alles zurückbekommen, was ich in der Nacht zuvor beim Thema Küchenschabe ausgeteilt habe.

Alles in allem ging nach der Rückgabe des Mietwagens am nächsten Tag unsere unvergessliche Zeit in den USA "fast" zu Ende. Da wir Probleme mit unserer Flugbuchung nach Cancun/Mexiko hatten mussten wir kurzerhand eine Nacht im Flughafen von Los Angeles verbringen. Völlig übermüdet, aber dennoch erwartungsfroh hat es dann sonntags ohne weitere Komplikationen geklappt!

Verlorene Zeit in L.A.

on Freitag, 08 Oktober 2010.

Die erste kleinere Enttäuschung erlebten wir aus meiner Sicht in Los Angeles. Nachdem wir zum letzten Mal einen Greyhound-Bus von Las Vegas aus nach L.A. gebucht hatten - und zwar ganz sicher zum letzten Mal :-) - kamen wir aufgrund etlicher Probleme mit dem Bus viel zu spät am Busterminal an. Vermutet hatte ich schon auf dem Weg, dass die Gegend nicht die allerbeste zu sein schien, dennoch wollten wir zunächst die kurze Entfernung zum gebuchten Hostel mit dem Bus bewältigen. Auf den wenigen Metern zur Bushaltestelle stoppte dann ein abgedunkelter VW Passat mit fast quietschenden Reifen. Zunächst in Alarmbereitschaft versetzt wurden wir dann aber von einem supernetten Paar überrascht das anbot, uns vor dem Hintergrund dieser wohl unsichersten Gegend der Metropole direkt ins Hostel zu fahren. Es stellte sich heraus, dass "er" ein bekannter Fotograf namens Kenneth Dolin ist. So wurden wir von 2 wirklich tollen Menschen vielleicht vor einem mittelgroßen Fehler bewahrt...

Das Hostel an sich war wiederum modern und in einer sicheren Gegend. Leider hat das Wetter in den ersten Tagen ins erste Bild gepasst. Durch den Regen habe besonders ich mich etwas schlapp gefühlt und wollte nach 12 Wochen unterwegs einfach mal etwas entspannen. Die relativ wenigen Highlights haben sich dann eher als Enttäuschung entpuppt, denn beispielsweise das Gebiet rund um den Hollywood Boulevard - besonders der Walk of Fame - hat die besten Tage offensichtlich schon hinter sich.

So blieben wir aufgrund des schlechten Wetters und der benötigten Zeit zur weiteren Planung der Reise 6 Tage dort. Relativ kurzfristig haben wir uns dann doch noch entschieden, eine weitere Woche ein Auto zu mieten und noch eine Runde durch Kalifornien zu drehen.

In einer anderen Welt - Die Tour durch Arizona & Utah

on Dienstag, 28 September 2010.

Nach etwas größeren Komplikationen bei der Mietwagenfirma (Anerkennung int. Führerschein usw.) hat es nach einer Stunde heißer Diskussion mit dem Alamo-Mitarbeiter A-Ron doch ganz plötzlich geklappt. Warum, das weiß ich immer noch nicht. Wie auch immer, letztendlich konnten wir einen Midsize-SUV wählen, entgegen jeder Vernunft fiel die Wahl auf einen schwarzen Jeep Liberty. Mein primäres Ziel, vorübergehend die Trophäe des Hubraumgottes bei meinen ehemaligen Porsche-Kollegen zu übernehmen wurde leider nicht erreicht. Enttäuschenderweise ist dieses Fahrzeug nur mit einem 4.0l-Motor ausgestattet - was bekanntermaßen leider nicht ausreicht. Nichts desto trotz, das Ding säuft umgerechnet an die 20l pro 100km, und das ohne den Bleifuß einzusetzen. Gott sei Dank sind die Spritpreise äußerst erschwinglich :-)

Route 66

Unser erstes Ziel war ein Abschnitt der Route 66 mit dem Höhepunkt des Bikerstädtchens Seligman. Biker aus aller Welt kommen hierher, um ihre abgefahrenen Harleys zu präsentieren. Dort übernachteten wir in einem netten kleinen Motel, das einer Norwegerin gehört.

Grand Canyon

Weiter ging's am nächsten Tag über Sedona zum Höhepunkt des Bundesstaates Arizona, dem Grand Canyon. Da wir relativ spät dort ankamen konnten wir die schier unendliche Weite des Canyons im Abendrot erleben. Man hat das Gefühl, dass eine fast unheimliche Stille aus dem Tal an den Abgrund dringt, es ist einfach unbeschreiblich. Für die Tour durch Arizona und Utah haben wir leider nur 1 Woche eingeplant, was aufgrund der Vielzahl an Nationalparks vielleicht etwas zu knapp bemessen ist. So konzentrieren wir uns auf die vermeintlichen Highlights...

Canyonlands, Arches & Capitol Reef National Park

Etwas unerwartet wurden wir dann von der Schönheit des relativ unbekannten Canyonlands Nationalpark überwältigt. Wir haben an einem Abend kaum mehr als 10 Personen getroffen und so konnten wir im Prinzip ungestört bizarre Felsformationen in den unterschiedlichsten Rottönen bestaunen. Am nächsten Tag führte uns der Weg in den bekannteren Arches National Park, der insbesondere wegen seiner Felsen weltweit bekannt ist, die wie riesige Bögen in der Landschaft stehen. Ebenso umwerfend ist die Schönheit des Capitol Reef National Park, denn ein kleiner Fluß verwandelt diese ansonsten karge Felsenlandschaft in ein fruchtbares Tal. Kleinere Ausflüge zu den Höhepunkten haben den Auslöser unserer Kamera förmlich glühen lassen.

Bryce Canyon & Zion National Park

Über den wirklich schönen Scenic-Highway 12 erreichten wir am späten Nachmittag den bekannten Bryce Canyon Nationalpark. Durch miilionenlange Jahre Erosion haben sich hier bizarre Felsformationen gebildet, die in der Abenddämmerung einfach unbeschreiblich aussehen. Um hier eine Wanderung über 2 Tage zu machen hat unsere Zeit nicht ganz gereicht, so konnten wir uns nur auf die Höhepunkte konzentrieren, die mit dem Auto zu erreichen waren. Die letzte Station auf unserer 1-wöchigen Tour quer durch Arizona & Utah war der Zion National Park. Innerhalb von nur knapp 60 Meilen stieg das Thermometer auf dem Weg von Bryce Canyon um über 15 Grad, so dass es bei knapp 40 Grad im Zion N.P. kaum auszuhalten war. Wir entschieden uns, etwas weiter zu fahren, in einem Motel mit Klimaanlage zu übernachten und am nächsten Tag zurück zu kommen. Unvorhersehbar war, dass der Rauch eines großen Waldbrandes die Richtung änderte und sich nun quer durch den Park verteilte. Kurzerhand wurden die Pläne geändert und wir kehrten auf direktem Weg nach Las Vegas zurück, wo wir im günstigen "Imperial" eincheckten. Die nächsten 3 Tage sollten sich lohnen, da ich die Zeit für weiteres Pokerspielen im MGM Grand und vor allem im Bellagio nutzen konnte.

Poker in Las Vegas!

on Samstag, 25 September 2010.

Gut in Las Vegas angekommen haben wir im bekannten Rio (hier finden u.a. die Pokerweltmeisterschaften statt) für sage und schreibe 46$ pro Nacht eingecheckt. Riesiges Zimmer mit allem drum und dran - nicht schlecht nach all den Entbehrungen der vergangenen Woche. Nachdem wir am ersten Tag sämtliche Casinos bei Tageslicht anschauten wollte ich unbedingt die Zeit nutzen, um live Poker zu spielen. Nach einem weniger erfolgreichen Turnierchen im Caesar's Palace (ausgeschieden mit AK gegen A2) ließ ich den Abend beim 1/3$ Cash Game im Rio ausklingen. Für's Erste eine Riesenerfahrung mit wirklich verrückten Typen am Tisch, unter anderem 2 Profis. Was allerdings am nächsten Tag geschah übertraf alle Erwartungen, die ich je an ein live-Spiel in Las Vegas hatte...

One night in Vegas

Wir haben nun Dienstag, den 21.09. und es ist 17:30 Uhr. Der Augenblick auf den ich bereits 5h gewartet habe ist endlich gekommen. Abdecken der Karten mit beiden Händen - erste Karte Herz-Ass, 2. Karte Kreuz-Ass im Big Blind. Was für eine Hand, und das im weltberühmten Bellagio. Es sind insgesamt 9 Spieler am Tisch, 3 davon richtig harte Brocken, die ihr tägliches Brot mit diesem Spiel verdienen, einige Asiaten bei denen die Kohle locker sitzt und einige Angsthasen, die zuviel Respekt vor den Gegnern haben. Die Asiaten befeuern den Pot - wahrscheinlich mit reichlich schlechten Händen, was mir in dem Moment völlig egal sein kann. Ich bin an der Reihe, mit meiner Hand ist die Entscheidung klar - RERAISE. 3 Spieler schmeißen daraufhin weg, weitere 2 bleiben dabei. Der Puls steigt ins Unermessliche, überraschenderweise bleibe ich äußerlich völlig ruhig. Ein Traumflop erscheint - das dritte Ass in Karo. Ich weiß, ich bin nahezu unschlagbar... Was für ein geiles Gefühl! Ein Profi schmeißt früh weg, eine Asiatin bringe ich zum All-in und kann so deutlich mehr als verdoppeln. Mit dieser Hand im Rücken wächst das Selbstvertrauen ins Unermessliche und so bleibe ich am Tisch bis 1:30 in der Nacht - immer auf der Lauer nach der idealen Hand in der richtigen Position gegen zahlungsfreudige Fische. So war mir in dieser Nacht ziemlich schnell klar, dass ich schon bald zurückkehren werde. Leider kann ich mit keinem Foto mit all den Chips dienen, für meine bessere Hälfte schien der Tag irgendwie zu lange gewesen zu sein ;-)

Im Wilden Westen

on Montag, 20 September 2010.

Das Auto in Idaho Falls zu mieten war überhaupt kein Problem und so konnten wir vergangenen Samstag pünktlich loslegen in Richtung Yellowstone National Park, Grand Teton National Park und verschiedenen Wildwest-Orten in Montana bzw. Wyoming.

Yellowstone National Park

Der erste Eindruck im Yellowstone war schon überwältigend. Bereits wenige Kilometer nach dem Eingang fuhren wir mit unserem Hyundai durch ein Tal, in dem wir erste Bisons und einen riesigen Hirsch in freier Wildbahn bestaunen konnten. Überall dampfen heiße Quellen und Geysire, was insbesondere in der Abenddämmerung wirklich einzigartig war. Aus "Budgetgründen" entschieden wir uns wann immer es möglich war, im Auto zu übernachten und so verbrachten wir die erste Nacht direkt am wohl berühmtesten Geysir der Welt - dem Old Faithful. Noch bevor die ersten Touristen kamen haben wir den ersten Ausbruch noch während des Sonnenaufganges erlebt. Alles in allem eine äußerst kühle Angelegenheit, die sich aber natürlich gelohnt hat. Im Gebiet des Old Faithful gibt es noch mehrere Highlights, die wir uns den ganzen Vormittag anschauten. Zahlreiche Pools in schillernden Farben, weitere Geysire und viele verschiedene Tiere, die sich im Park völlig frei bewegen. Jede weitere Sehenswürdigkeit im Park hat eine eigene Besonderheit, die einen immer wieder aufs Neue staunen lässt - ich denke einige Bilder im Album sprechen für sich.

In Montana & Wyoming

Nach einer tollen Zeit im Park machten wir uns dann auf in Richtung "Wilder Westen". Nach einem kurzen Abstecher über eine faszinierende Berglandschaft in Montana landeten wir schließlich in Cody, der Stadt des Wildwest-Helden Buffalo Bill. Keinesfalls kann diese Stadt ohne den Genuss eines standesgemäßen Steaks verlassen werden (nach umgerechnet 350g T-Bone Steak haben mich alle guten Vorsätze verlassen). Ein weiteres Highlight auf dieser Tour durch Wyoming war zweifelsfrei das kleine verschlafene Städtchen Dubois, in dem der Glanz vergangener Tage immer noch unverkennbar war und es so schien, als ob die Zeit stillgestanden ist. So "mussten" wir wieder in einem tollen Cowboyrestaurant essen, bis uns alle Kräfte verließen (Käsesuppe, Cowboysteak mit riesigen Kartoffelchips und selbstgemachter Kuchen mit Cranberries und einer extremen Portion Eis - danach war's aus und vorbei)!

Grand Teton National Park

Die letzte Station führte uns in den Grand Teton Nationalpark. Bis auf 4.192m steigt diese Gruppe faszinierender Berge, die wir zum ersten Mal schon von weitem erblicken konnten. Wir entschieden uns am 2. Tag hier, eine Tagestour an den Fuß des Grand Teton zu unternehmen. Leichter gesagt als getan, denn fast 1.000 Höhenmeter mussten zuerst bergauf und dann wieder bergab bewältigt werden. Auf 2.950m entschädigte das tolle Panorama allerdings für alle Mühen und so konnten wir unvergessliche Blicke über eine farbige Herbstlandschaft werfen.

Man glaubt es kaum, aber die Meilen summieren sich ohne dass man es wirklich realisiert. So haben wir in diesen 7 Tagen über 1.400 Meilen (2.200km) zurückgelegt - bei der sich wirklich jede Meile gelohnt  hat!

Tolles Wiedersehen nach 11 Jahren

on Freitag, 10 September 2010.

Endlich sind wir in den USA angekommen und haben schon eine riesige Strecke zurückgelegt. Die ersten fast 2 Wochen sind wie im Flug vergangen, und das kleine Durchatmen nutze ich natürlich sofort aus, um von den ersten Erfahrungen zu berichten :-)

Nachdem wir von Banff über Vancouver völlig problemlos in die USA eingereist sind verbrachten wir die ersten Tage in Seattle. Nach der letzten Tour in den Rockies und den teils horrenden Lebensmittelpreisen in Kanada kam uns die erste amerikanische Großstadt auf unserer Reise wie ein kleines Schlaraffenland vor, denn die Lebensmittelpreise hier sind deutlich angemessener und so ließen wir es uns nach den Entbehrungen in den Rockies auch mal ein bisschen besser gehen. Insgesamt war es wirklich nett, da wir auch abends zu wirklich fairen Preisen gut essen gehen konnten. Bis dato hatten wir ja eine Menge Glück, doch als wir dann am 01. September weiterreisen wollten waren alle Greyhound-Verbindungen nach Portland bereits ausgebucht. Begründung: am Ersten jedes Monats bekommen Sozialhilfeempfänger etc. Geld vom Staat und das wird natürlich gleich auf den Kopf gehauen. Das hätten wir natürlich wissen müssen ;-) Also wieder zurück ins Zentrum und noch eine Nacht im Hostel. Was sich dort allerdings abgespielt hat lässt sich kaum beschreiben und ist im Unterhaltungswert kaum zu überbieten. So viele abgefahrene Leute auf einem Haufen habe ich noch selten gesehen. Wie im Facebook schon angemerkt hatte, packte der Japaner in meinem Zimmer (in dieser Nacht waren wir getrennt) nachts um 3 alle Gegenstände seines Koffers mit Plastiktüten ein. Gut für ihn, dass ich etwas Angst hatte, er könnte eventuell einen schwarzen Gürtel in sonst irgendwas haben, ansonsten hätte ich ihn wohl erwürgt. Nicht weniger zum aus der Haut fahren war eine ältere Dame, die scheinbar den ganzen Tag damit beschäftigt war, mit enormen Mengen Knoblauch zu "kochen", um so große Teile des Hostels zu verpesten. Ein weiteres Highlight in jener Nacht war sicherlich auch ein Disput zwischen zwei ehemaligen Zimmernachbarinnen, der in einem nie gekannten Wutausbruch des asiatischen Parts seinen für mich höchst amüsanten Höhepunkt hatte. Einfach herrlich!

So mussten wir nach dieser unfreiwilligen Verlängerung unsere Pläne etwas ändern und sind anstatt noch ein wenig Zeit in Portland zu verbringen, direkt nach Eugene/Springfield weitergefahren, wo ich mich am Freitag mit meinem ehemaligen Austauschpartner Tyler verabredet hatte. Meine damalige Gastmutter Jeannie hat uns freitags vom Busbahnhof abgeholt und konnte sich bei unserer Ankunft die Tränen nicht unterdrücken - was für ein herzlicher Empfang. Nach kurzer Zeit zuhause, in dem auch die 94-jährige Oma (wirklich lustig drauf) wohnt kam endlich Tyler von der Arbeit nach Hause und das Wiedersehen nach über 11 Jahren war perfekt. Wie schon damals hat uns Jeannie mit leckerem Essen verwöhnt, viele Zutaten kamen direkt von ihrem eigenen riesigen Garten auf den Tisch. Schon bei unserer Ankunft hatten wir vom wichtigsten Ereignis seit Monaten gehört, dem Ducks Football-Spiel gegen New Mexico, was gleichzeitig den Beginn der neuen Saison bedeutete. Da Jeannie ein leidenschaftlicher Fan ist und natürlich Karten hatte durften wir mit zum Spiel, das über 59.000 Zuschauer live im Stadion erlebten. Der haushohe 72:0-Sieg der Ducks spielte im Prinzip keine Rolle, da es für uns sowieso schon ein tolles Erlebnis war. Vor allem kurz vor und nach dem Spiel waren wir noch auf einer kleinen Gartenparty in direkter Nähe zum Stadion eingeladen, wo die grün-gelben Ducks-Anhänger philosophierten.

Am Sonntag hat Tyler noch ein paar Freunde zu sich eingeladen, um gemeinsam bei Pizza und ein paar gemütlichen Bierchen ums Lagerfeuer im Garten zu sitzen. Mit dabei war auch Zach, der 1999 ebenfalls am Austauschprogramm teilgenommen hat. Da Jeannie und Tyler uns überredet haben, noch einen Tag länger zu bleiben (Angebot haben wir natürlich sehr gerne angenommen) verbrachten wir noch einen wirklich herrlichen Tag mit einer kleinen Wanderung am Fall Creek. Nur einen Tag später hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen von wirklich lieben Menschen, die immer noch oder gar noch herzlicher waren wie vor stolzen 11 Jahren. So verließen wir mit anderthalb weinenden und einem halben lachenden Auge Sprinfield am Dienstag abend in voller Oregon Ducks-Montur (Jeannie hat es sich nicht nehmen lassen, uns in den entsprechenden Farben ihrer Mannschaft einzukleiden) in Richtung Salt Lake City.

Once again, thank you so much for an unforgettable time in Springfield. We appreciated our stay so much and I am really really glad that we could meet each other again after such a long time. Words are not enough, I just can say that you're wonderful and that we'll hopefully see each other in less than 11 years again - maybe in Brazil or Germany ;-)

Nach dieser für uns einzigartigen Zeit als kleiner Teil einer amerikanischen Familie war eine weitere Fahrt mit dem Greyhound-Bus nach Salt Lake City wieder ein - sagen wir mal - Kulturschock. Hier begegnet uns der andere Teil der Bevölkerung, der eben auf ein günstiges Verkehrsmittel zurückgreifen muss. Was ich in den Bussen schon für Leute kennengelernt und welch verschiedene Lebensgeschichten ich gehört habe ist sicherlich einen langen Extrabericht wert. Einfach Wahnsinn! Nach knapp 24h Stunden sind wir nun im "Reich der Mormonen" angekommen. Die Stadt Salt Lake City mit der Tempelanlage im Zentrum der Stadt ist wirklich sehenswert, da es sich hier wirklich unterscheidet von sämtlichen anderen Städten, die ich bis jetzt gesehen habe. Morgen geht's bereits weiter - wenn alles klappt auf eine der letzten Greyhound-Touren nach Norden, wo wir uns in Idaho Falls ein Auto mieten um von da aus den Yellowstone und Grand Teton Nationalpark zu erkunden. Langsam geht es los, dass ich die schwäbische Hausmannskost von Mama vermisse...

In den unendlichen Weiten Kanadas

on Freitag, 27 August 2010.

Puuh. Was für ein optimales Timing. Gerade fängt es an zu stürmen, zu regnen und unbequem kalt zu werden. Gut, dass wir jetzt schon im Hostel sind, denn die letzten 4 Tage und 3 Nächte haben wir allesamt unter freiem Himmel verbracht.

Endlich, nach langem Warten im Hostel in Banff, ist unsere Chance vergangenen Montag gekommen, um doch noch eine weitere Mehrtagestour in den Rockies zu unternehmen. Die Wetteraussichten waren also recht gut und so begann das Abentuer bereits um 8:00 Uhr morgens. Geplant habe ich eine gut 65km lange Strecke, die uns von Sunshine Village über das Gebiet des Mt. Assiniboine Richtung Mt. Shark führen sollte. Ernüchterung machte sich allerdings schon vor dem ersten Schritt breit, denn der brasilianische Part des erwartungsfreudigen Duos wurde von den - entgegen der Erwartungen - niedrigen Temperaturen und den zart puderweiß eingeschneiten Bergspitzen etwas aus der Fassung gebracht. Nichts desto trotz, es musste losgehen und ermutigt von den knallharten Kanadiern, die in kurzen Hosen und T-Shirts starteten machten wir uns auf den ersten Abschnitt durch die Sunshine Meadows ("alpine Blümchenlandschaft") zum Campground am Lake Og. Diese 21,7 km hatten es wirklich in sich. Das Gepäck wurde zusehends schwerer und insbesondere der Weg durch das "Valley of the rocks" waren ziemlich erschwerlich. Umso schöner, dass das Wetter deutlich aufhellte und wir kurz vor dem ersten Etappenziel einen ergreifenden Blick auf das nächste Ziel, den Mt. Assiniboine werfen konnten. Wir erlebten eine frische Nacht um die 0°C, die sich zwischen 4 und 6 Uhr morgens irgend wie auch im Schlafsack bermerkbar machten. Am zweiten Tag ließen wir es ruhiger angehen, da zum nächsten Campground am Lake Magog am Fuße des Mt. Assiniboine nur knappe 7km mit dem vollen Gepäck zurück zu legen waren. Um die Mittagszeit bauten wir schnell das Zelt auf, so dass wir eine kleinere Tour auf den Nublet ohne Gepäck machen konten. Die Mühen des Aufstieges haben sich dann allemal gelohnt, denn der einzigartige Ausblick über die Lakes Magog, Sunburst und Cerulean entschädigten für alles. Was für tolle Eindrücke im Gebiet des Mt. Assiniboine. Weitere knapp 30km waren es von diesem wunderschönen Fleckchen Erde zu unserem Endziel am Mt. Shark, die wir auf weitere 2 Tage aufteilten. Nicht weniger schön wurde der dritte Tag in den Bergen, denn als wir die Höhe des Wonder Pass erklommen hatten konten wir zum ersten Mal das Panorama des Marvel Lakes bestaunen. Schneebdeckte Bergspitzen, ein kleiner Gletscher, 2 enorm türkisfarbene Seen, strahlend blauer Himmel und das satte Grün der schier unendlichen Nadelwälder bildeten einen wirklich wunderschönen Kontrast. Besonders toll war an diesem Tag, dass wir von den Höhen des Passes bis zum Ufer des Marvel Lake über 3h zurück zu legen hatten und das kühle Nass somit immer größere Begehrlichkeiten weckte. Nichts konnte besser schmecken als ein Schluck eiskaltes (gefiltertes) Wasser aus diesem faszinierenden See. Nur noch eine Nacht und ein vergleichsweise unspektakulärer letzter Tag lag vor uns und so legten wir am Donnerstag bereits morgen um halb 9 mit den letzten 15km los. Genau um 12 sind wir dann am Parklatz des Mt. Shark angekommen und haben unsere letzten Proviantvorräte aufgebraucht, die im Wesentlichen aus Trockennahrung (z.B. Chicken Enchilada, Stir Fry Beef usw. und verschiedenen Riegeln) bestand. Da wir natürlich dort keine Auto deponiert haben, waren wir wieder einmal auf Hilfe angewiesen. Da sich Mila zwei riesige Blasen geholt hat und nicht mehr ganz rund lief gab es schon nach wenigen Minuten erste Mitfahrangebote. Schließlich fanden wir einen Arbeiter am Heliport namens Stu, der uns zumindest bis zur nächsten Straße fahren konnte. Den 5km langen Weg über eine staubige Piste hätten wir niemlas mehr geschafft. Dort angekommen stellten wir uns an die Straße, an der sage und schreibe 33 Minuten kein einziges Auto in unsere Richtung vorbeikam. Und gleich bei der ersten Gelegenheit sollte es klappen. Howey, ein Extrembergsportler mit österreichischen Wurzeln und in Jasper aufgewachsen hat nicht lange gezögert und uns bis nach Canmore mitgenommen - da er eigentlich nach Calgary musste glaube ich das war ein Umweg von 50km :-) Von dort aus war es dann kein Problem mehr mit dem Greyhound-Bus zurück nach Banff zu kommen.

Sehr müde und etwas lädiert im Hostel angekommen können wir auf eine Super-Erfahrung zurückblicken, die wir so wahrscheinlich nie wieder machen können. Eine einzigartige Landschaft, in der wir viele Kilometer alleine unterwegs waren, immer auf der Hut vor den Bären und nur selten gestört durch das Geräusch der Hubschrauber, die superreiche Touristen in eine Lodge nahe des Mt. Assiniboine geflogen haben.

Thomas

In meinem Blog berichte ich euch über ganz persönliche Erfahrungen und Eindrücke während der Reise durch alle Teile Amerikas. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen! Über viele Kommentare freue ich mich natürlich...

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