Vom Abenteuer am Strand bis zum "Essensraub"

on Mittwoch, 18 August 2010.

Leider konnten wir nach unserer Zeit in Jasper nicht weiter in den Rockies bleiben, da das Wetter sich im Prinzip stündlich änderte. Zwei Tage warteten wir in Lake Louise ab, ob wir mit einem weiteren großen Trail starten können, entschieden uns aber aufgrund der unsicheren Wetterlage dazu, direkt nach Vancouver Island weiter zu gehen. Nach 2 entspannten Tagen in Nanaimo starteten wir Richtung Tofino. Besonders in den Sommermonaten scheinen hier viele Touristen zu sein, eine Reservierung für eine teure Unterkunft kam in unserem Fall nicht in Frage ;-) Die Busfahrt quer über die Insel ist richtig schön, einige Seen und Berge bei Sonnenuntergang zu sehen war super. Kurz vor dem Pacific Rim National Park gingen dann auf einmal die Lichter aus. Wie aus heiterem Himmel tauchte vor uns eine Wand aus Nebel auf, nur wenige Meter waren noch zu sehen. Ohne sichere Unterkunft bei dem Sauwetter? So ein Mist... In Tofino angekommen machte sich schnell Ernüchterung breit, alle Hotels, Motels usw. mit leuchtender Schrift: No vacancy! Also gut, dann mal locker bleiben. 2 deutsche Mädels haben direkt den Busfahrer in der Mangel, um nach alternativen Möglichkeiten zu fragen. Der senkt die Hoffnung auf 4 Wände und ein Dach unmittelbar auf 0 und gibt im gleichen Atemzug einen Tipp, an welchem Strand "leicht illegalerweise" ein Zelt aufzustellen wäre. Nur nicht erwischen lassen halt. Mit Tanja und Jennifer sind wir gleich ins Gespräch gekommen, so dass relativ schnell feststand, es gemeinsam zu versuchen. Erst mit Hilfe von Billy, einem Kanadier, der in der gleichen Situation war, fanden wir den schönen Strandabschnitt und stellten unsere 3 Zelte bei ziemlicher Dunkelheit auf. Eine wirklich schöne Erfahrung, da alles glatt lief und wir morgens direkt am Strand aufwachten. Ich blieb bis zur Mittagszeit am Strand, während sich Mila mit den anderen in der Stadt aufhielt. Wie freundlich die Leute sind ist kaum vorstellbar. Von 8 Leuten blieben 6 stehen und wollten alles über die Reise wissen. Von der eigentlich geplanten Arbeit, dem Reinigen des Zeltes, konnte nicht mehr die Rede sein. Wirklich faszinierend, wie viele unterschiedliche Menschen man in so kurzer Zeit kennenlernen kann. Eine weitere solche Nacht wollten wir aber dann doch vermeiden und so versuchten wir unser Glück auf dem Greenpoint Campground, leider zunächst ohne Erfolg. Da wir uns wenigstens den Strand anschauen wollten blieben wir eine knappe Stunde dort und als wir uns wieder auf den Weg machen wollten kam die nette Dame von der Campground-Verwaltung mit einer guten Nachricht auf uns zu. Kurzfristig ist doch ein Platz freigeworden, der letzte Platz weit und breit gehörte also uns. So lernten wir in den kommenden Tagen weitere interessante Menschen kennen, Jordan den Geologie-Studenten und einen älteren Herren aus Boston mit allem möglichen Schnick-Schnack (s. Bild), der von seiner Frau nach 40 Jahren wegen einem 15 Jahre jüngeren Deutschen verlassen wurde.

Nach spannenden und ereignisreichen Tagen führte uns die Reise zurück nach Vancouver, wo wir bis heute 3 Nächte in einem Hostel im Zentrum der Stadt gebucht haben. Unsere Glückssträhne sollte zunächst anhalten, denn beim Einchecken wurde uns aufgrund einer Überbuchung ein Einzelzimmer zum gleichen Preis angeboten. Wahrscheinlich wegen der kaum zu kontrollierenden Euphorie und angesichts der späten Uhrzeit klemmte ich 2 Handtücher unter den Arm, ohne jedoch unsere "Provianttasche" wieder in die Hand zu nehmen, die vor der Rezeption liegen blieb. 10 Minuten später fiel uns auf dem Zimmer auf, dass noch was fehlt. Diese Zeit schien sich ein Möchtegern-Kleinganove zunutze gemacht haben, woraufhin sämtliche Essensvorräte und unsere geliebten Sigg-Flaschen auf Nimmerwidersehen verschwanden :-(

Nichts desto trotz haben wir hier in Vancouver eine schöne Stadt erlebt, die an manchen Stellen leider von vielen (harmlosen) Obdachlosen usw. überflutet ist. Dieser Umstand ist uns auch schon in anderen größeren Städten in Kanada aufgefallen. Wie es morgen genau weitergeht bleibt etwas ungewiss, denn das Wetter in den Bergen hat es sich schon wieder einmal kurzfristig anders überlegt.

Massenmörder auf dem Skyline Trail

on Sonntag, 08 August 2010.

Nach über 4 Tagen in der kanadischen Wildnis hat uns die Zivilisation wieder. Nachdem wir am letzten Dienstag über Nacht von Calgary über Edmonton morgens um 4 Uhr unseren Zielort Jasper erreicht haben dachten wir kaum, dass wir bereits 8 Stunden später unser erstes richtiges Abenteuer in den kanadischen Rockies erleben würden.

Die Kanadier sind einfach freundlich und hilfsbereit - und vielleicht können Sie bei einem ebenso netten Gegenüber nicht nein sagen. Bereits um 8:30 Uhr überredete ich die äußerst charmante Mitarbeiterin des Verwaltungsbüros der kanadischen Nationalparks, uns irgendwie für den bekannten Skyline Trail zuzulassen. Insgesamt gibt es auf einer Strecke von 44km nur 5 Campgrounds, auf denen maximal 7 kleine Zelte Platz finden - eine Buchung im Voraus von min. 2 Monaten ist notwendig ;-). Nach über 15 Minuten überzeugenden Zuredens bekamen wir tatsächlich den achten Zeltplatz, der normalerweise nur den Park-Rangern zur Verfügung steht. So nahmen wir etwas überstürzt aber voller Vorfreude die vor uns liegenden 44km und 3 Nächte inmitten von gefühlten Millionen von Moskitos aller Arten in Angriff.

Am ersten Tag lagen relativ leichte 8,2 km vor uns, die uns größtenteils durch Wald vorbei an kleineren Seen führten. Müde von der langen Busfahrt aus Calgary mussten wir am Ende des Tages einen erbitterten Kampf gegen eine schier unvorstellbare Übermacht von Moskitos führen, an dem ich bereits in der ersten Nacht zum hundertfachen Mörder wurde. Endlich war unser Zelt gegen alle Widerstände aufgebaut so schliefen wir tatsächlich über 12 Stunden.

Am zweiten Tag überwanden wir endlich die Baumgrenze, was erlösenderweise erst einmal zu ein paar moskitofreien Stunden führte. Da auf diesem Abschnitt nicht mehr als 15 Leute sein dürfen hatten wir die gesamten 12 Kilometer dieses Abschnittes für uns alleine, weit und breit waren keinerlei Geräusche außer die der Natur zu hören. Bei jeder Überquerung eines kleines Flusses rechnete ich fest mit der Begegnung mit einem Braun- oder Grizzlybären, was zur Beruhigung von Mila leider allerdings nicht mehr passieren sollte. Ein kanadisches Paar war 30 Minuten nach uns gestartet und hat tatsächlich einen ausgewachsenen Grizzly beobachtet. Der Tag mit schönen Aussichten über die benachbarten Berge klang auf dem Campground Curator aus, der idyllisch an einem kleinen Bach inmitten von hohen Felswänden und einem Wasserfall gelegen war.

Der dritte und wohl schönste Tag des Trails begann hart. Über 600 Höhenmeter mit dem gesamten Gepäck mussten überwunden werden, bei der Durchquerung der kleinen Schneefelder war eine erhöhte Vorsicht geboten. Wirklich herrlich war unser Mittagessen, dass wir auf dem Big Schovel Pass auf 2.480m in unserem Kocher zubereiteten. Einzigartige Aussichten boten sich immer wieder an diesem sonnigen Tag, so dass wir das ein oder andere Foto schießen konnten. Gott sei Dank konnten wir zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch Fotos machen, da wir aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit den Akku der Kamera nicht mehr laden konnten. Um eine noch schnellere Entladung zu verhindern verbrachte das gute Stück bei kühlen Nächten um die 7°C bei mir im Schlafsack.

Am letzten Tag der Wanderung stand das größte Teilstück mit einer Länge von 14km auf dem Programm. Da wir relativ früh fertig sein wollten starteten wir früh und hatten völlig alleine in der Natur das Glück, sehr nahe bei uns ein Wolfsrudel zu hören. Gezeichnet von der größeren Anstrengung waren die letzten Kilometer dann eine Tortur, denn der Weg führte nur noch bergab und das schwere Gepäck veursachte einen lange nicht gekannten Muskelkater in sämtlichen Partien des Körpers.

Alles in allem war der Skyline Trail ein tolles Abenteuer und wird zurecht als mit der beste Trail in den kanadischen Rockies bezeichnet...

Mein armer Hintern...

on Samstag, 31 Juli 2010.

...tut nach 3.402km in einem Greyhoundbus und über 60 Stunden Reisezeit gewaltig weh - man könnte sagen das Sitzfleisch hat ziemlich gelitten. Nichts desto trotz, es hat erstaunlich gut funktioniert und wir sind gut in Calgary angekommen. Endlich wieder mal Duschen oder Zähneputzen ;-)

Weitere Neuigkeiten gibt's schon bald!

Wir sind in Toronto!

on Montag, 26 Juli 2010.

Es hat tatsächlich ohne Komplikationen funktioniert - Flug und Einreise alles ohne Probleme. Den ersten Tag hier haben wir eine kleine Stadttour zu Fuß gemacht und schon sämtliche Sehenswürdigkeiten besichtigt. Alles in allem eine wirklich schöne Stadt, sehr grün, sehr sauber und viele interessante und moderne Gebäude!

Am 25. Juli 2010 geht's los

on Mittwoch, 07 Juli 2010.

Langsam aber sicher steigt die Aufregung... Wird alles klappen, wie wochenlang zuvor geplant? Am 25.07.2010 wird unsere Station auf unserer Reise durch Amerika die kanadische Metropole Toronto sein.

Thomas

In meinem Blog berichte ich euch über ganz persönliche Erfahrungen und Eindrücke während der Reise durch alle Teile Amerikas. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen! Über viele Kommentare freue ich mich natürlich...

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